Fotos nachträglich bearbeiten

Seit der Erfindung der Fotografie war es schon immer ein Anliegen des Fotografen, seine Werke auch nachträglich ändern zu können. Denn wer schon einmal selbst fotografiert hat, kann sicher genau nachvollziehen, dass es gar nicht immer so einfach ist, an alle Dinge zu denken und alles zu beachten, was ein richtig gutes Foto ausmacht.

Ebenso kommt es auch leider immer wieder vor, dass Kunden Änderungswünsche für ein Foto haben. Man denke nur an die zahlreichen gefälschten Fotos aus der Zeit Stalins. In Ungnade gefallene politische Mitstreiter mussten irgendwie aus Bildern entfernt werden. Dies ging noch relativ einfach, wenn diese irgendwo am Rand standen, doch was wenn sie direkt neben Stalin waren? In diesem Fall halfen sich die kommunistischen Fotofälscher oft dadurch, dass sie einfach einen neuen Kopf auf den vorhandenen Körper retuschierten.

Doch mit dem Aufkommen der elektronischen Bildbearbeitung in den 90er Jahren des vorgehenden Jahrhunderts haben sich noch einmal mehr Möglichkeiten eröffnet. Kein Model, das wir heute in einer Zeitschrift bewundern, hat wirklich so makellose Haut oder einen so perfekten Körper.

Und nun ist die technische Innovation wieder weiter vorangeschritten. In wenigen Wochen will die US Firma Lytro eine Lichtfeldkamera in den Markt einführen. Bei dieser Kamera wird es möglich sein, nachträglich (das heisst nach der Aufnahme des Fotos) die Schärfeebene zu ändern. Dies war bislang selbst mit Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen noch nicht möglich. Mit dieser Kamera wird es also deutlich einfacher, perfekte Schnappschüsse zu machen. Man löst einfach aus, und kümmert sich erst nach der Aufnahme um die richtige Schärfe. Damit wird das nachträgliche Bearbeiten von Fotos auf eine neue Stufe gebracht.

 

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