Immer mehr Deutsche überlegen auszuwandern. Wer sich für den asiatischen Raum interessiert, für den kommt vor allem Japan in Frage. Vorher sollte man unbedingt eine längere Japanreise buchen um das Land besser kennen zu lernen, sich Eindrücke zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen. Mit einer guten Ausbildung ist es durchaus möglich in Japan Arbeit zu finden, auch wenn der verwaltungstechnische Aufwand nicht unterschätzt werden sollte. Die Unterschiede zwischen der japanischen und der deutschen Lebensweise sind groß. Das bedeutet nicht, dass man die Umstellung nicht bewältigen kann. Wesentlich einfacher ist es für Männer. Während der Japanreise, bei der man schon einmal in den japanischen Firmen vorfühlen sollte, werden weibliche Interessenten feststellen, dass es in Führungspositionen so gut wie gar keine Frauen gibt. Das bedeutet nicht, dass das Ziel unerreichbar ist. Ausländische Frauen schaffen es in Japan leichter in die Führungsriege als ihre japanischen Kolleginnen, weil sie energischer sind und aus einer Ellenbogengesellschaft stammen. Trotzdem ist es ungeheuer wichtig, sich nicht überall rigoros durchzusetzen. Auch europäische männliche Führungskräfte stoßen Japan schnell an ihre Grenzen. „Giri“ ist das Wort, dass in Japan von großer Bedeutung ist. Mit „Giri“ ist das Ehrgefühl gemeint, dass man unter keinen Umständen ignorieren darf. Wer diese Regel missachtet, hat in einem japanischen Unternehmen keine Chance.
Wer einen Platz in einem Unternehmen gefunden hat und sich während der Japanreise dort umsehen darf, der sollte sich auf jedes einzelne Gespräch sehr gründlich vorbereiten. Solide Kenntnisse der japanischen Sprache kann man schon vor der Japanreise erwerben. Im Unternehmen wird man nicht erwarten, dass das Japanisch verhandlungssicher ist. Die offensichtliche Bemühung ist entscheidend. Wer Projektarbeiten vorlegen möchte oder wichtige Bewerbungsunterlagen, der sollte sie sich unbedingt vor der Reise übersetzen lassen. Es kann sinnvoll sein, einen Dolmetscher zu buchen und diese Voraussicht wird das Unternehmen wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Bestehen keine intensiven Geschäftsbeziehungen in den englischsprachigen Raum, wird man in der japanischen Firma sicher kein fließendes Englisch erwarten dürfen. Gute Ansprechpartner in Japan, die man schon vor der Japanreise kontaktieren kann, ist die Botschaft und die Industrie- und Handelskammer, bzw. ihre deutschen Mitarbeiter in Japan. Wer während der Japanreise sein Vorhaben in einer Firma vorstellt und sich dabei mit einem Mitarbeiter des unteren Verantwortungsbereiches unterhält, sollte das nicht als Missachtung verstehen. Eine solche Vorgehensweise ist völlig normal. Das Wort des Mitarbeiters hat beim Chef absolut Gewicht. Bis man eine Zusage oder Ablehnung erhält, kann einige Zeit vergehen. Keinesfalls sollte man drängeln.